Sind Frauen und Männer gleich?

Aktualisiert: 5. Feb 2019



Sind Frauen und Männer gleich?

Seit ich letztens vom Segelcoaching zurück kam, treibt mich eine Frage um. Die, die mich kennen wissen, ich coache nicht nur am Telefon, über Skype, in meiner Praxis und im Seminarraum, sondern ich coache auch auf dem Segelschiff. Dies geschieht nach Vorliebe in Griechenland, in der Karibik, Italien und der Ostsee und mal sehen wo noch.

Aber das nur am Rand, denn es geht um eine rege Diskussion während eines Törns, an Bord, mit Freunden und Geschäftspartnern. Es geht um die Frage, sind Frauen und Männer gleich?

Und ich bin extrem verwundert, dass ich vor allem von Menschen, die ca. 10 - 15 Jahre jünger sind als ich, häufig höre: Ich würde die Frage gar nicht so stellen, sondern sagen wir es anders, es sind Menschen. Nun, da kann ich mich durchaus anschließen, was aber machen wir mit dem Unterschied, den es doch offensichtlich gibt? Der Chromosomenunterschied ist da, das Gehirn von Männern und Frauen ist unterschiedlich und es gibt Bereiche im Hirn, die eher männliches Verhalten steuern. Die Hormone sind anders. Frauen gebären Kinder. Nur mal so viel, was mir gerade so ohne groß nachzudenken als Unterschied einfällt. Und definitiv, ja wir sind Menschen.

Aber warum ist es Frauen wie Männern, wenn es auf diese Diskussion kommt, so immens wichtig herauszustellen, dass wir nicht unterschiedlich sind, sondern wenn schon unterschiedlich, eben so unterschiedlich wie Männer und Männer unterschiedlich sind und Frauen und Frauen.

Ich komme nicht umhin mich zu fragen, was hat das mit mir zu tun? Ich stehe auf dem Standpunkt, dass wir unterschiedlich sind und dass da unter anderem eine Erklärung für die hohen Scheidungsraten der letzten dreißig Jahre liegt. Und ja, auch ich fand den Umstand als Frau geboren zu sein nicht immer toll. In meinen Augen hatten es Männer immer leichter und besser und sie hatten definitiv das spannendere Geschlecht gewählt. Frauen waren, so gab mir die Emanzipationswelle meiner Jugend mit, benachteiligt. Sie verdienen bis heute weniger. Sind sind körperlich unterlegen, sie erleiden Schmerzen bei der Geburt, müssen sich vorrangig um den Nachwuchs kümmern, während der Mann zum Stammtisch in die Kneipe aufbricht. Ja, und damit kann man beim Frauenkaffee genügend Gesprächsstoff finden und vor allem, die meisten werden zustimmen.

Nur worum es selten geht, sind die Vorzüge, die wir Frauen haben, und die wir nur zu selten sehen und wahrnehmen. Und wenn, dann nicht in der Gänze und manchmal auch mit ungutem Gefühl. Nur, welche sind es? Nun, das ist eigentlich ganz einfach. Wir Frauen gebären Kinder, dass, wie im Übrigen alles andere auch, kann man positiv wie negativ auslegen. Und ja, jede Frau, die einmal geboren hat, sagt etwas über die Schmerzen, aber sie sagt auch, dass es das Schönste, Wertvollste und Erhabenste ist, was sie je erlebt hat.

Wir kommunizieren anders als Männer, die eher ergebnisorientiert und sachlich kommunizieren. Unser Kommunikations-verhalten ist eher verbindend, alle ins Boot holend, prozessorientiert.

Ist das besser oder schlechter? Weder noch, denn mal wird das eine benötigt, um schnell Ergebnisse zu haben. Da braucht es kein Gefühl, sondern Klarheit und Zielstrebigkeit. Und mal geht es darum, zu vereinen, Raum zu geben, Verständnis zu haben, zu trösten und zusammenzuhalten. Dann ist wieder die andere Kommunikation von Vorteil.

Wir Frauen empfangen, sind intuitiv, vereinen und sind familiär, sind liebend und nährend. Wir müssen nicht in den Kampf ziehen und ja, auch wir können es. Nur zu welchem Preis und warum, wenn es ein Mann doch liebt und gern tut? Und zwar von Natur aus gern tut. Wieso müssen wir gleich sein, obwohl wir es nicht sind. Und ich möchte hier nicht missverstanden

werden, es geht mir nicht darum, die Frauen zurück an den Herd zu schicken. Weit entfernt.

Es geht mir darum, zu unseren originären Kräften zurück zu kommen. Hingabe und Freizügigkeit zu zelebrieren und dafür mit Stärke und Sicherheit und Großzügigkeit verwöhnt zu werden.

Wir Frauen steuern die Partnerschaft, wir steuern die männliche Kraft und zwar gezielt, indem wir u.a. dem Partner unsere Wünsche mitteilen. Die er wiederum uns gerne erfüllt. In jedem Mann steckt der Drachentöter, der seiner Frau seine Stärke und Kraft zur Verfügung stellen will. Wieso also lehnen wir sie nur zu oft ab? Um zu beweisen, dass wir es doch allein können? Um dann allerdings abends völlig erschöpft ins Bett zu fallen.

Ja, wir sind nicht gleich, aber wir sind gleichwertig. Und darauf kann ich mich einigen. Gleichwertig in der großen Unterschiedlichkeit. Und um noch einen versöhnlichen Aspekt anzubringen. Wir haben, und das wissen wir spätestens seit Carl Gustav Jung, jeder sowohl eine weibliche Seite (Anima) wie eine männliche Seite (Animus) in uns. Und Ziel eines jeden Menschen sollte sein, beide Seiten in sich gleichwertig zu entfalten. Und uns dann, in unserer originären Pracht, dem anderen Geschlecht freudvoll und ohne Vorwürfe gerne zur Benutzung zur Verfügung zustellen. Ohne Vergleichen, Vorwürfe, Verachtung .. und, und, und.

Und dann stimmt es auch, ja, wir sind Menschen. Ich wünsche mir eine Welt, in der Männer und Frauen miteinander koexistieren, in ihrer schönsten Form, verbindend, erschaffend, vereint, liebend und friedvoll. Dankbar für den Unterschied, den wir haben und genießen.


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