Von Weiblicher Hingabe und Männlicher Potenz Teil 1



​Haben wir von diesen Worten überhaupt eine Vorstellung, was sie uns sagen wollen? Sie schei­nen irgendwie antiquiert und nicht passend zum 21. Jahrhundert und zur lang er­kämpf­ten Emanzipation. Viele meiner Klientinnen schütteln kaum merklich den Kopf, wenn ich mit den, mir mittlerweile so leicht über die Lippen gehenden, Termini hantiere.

Ich hole ein wenig aus. Wo sind wir gelandet mit der lang erkämpften Emanzipation? Wie meine Ausbilderin bild­lich so gerne sagt, ‚auf der anderen Seite vom Pferd’, und die ist be­kannt­lich nicht bes­ser als die andere Seite.

Liebe LeserInnen meine Absicht ist nicht, die Frauen und damit mich, zurück an den Herd zu stellen. Aber ehrlich, da wo wir heute stehen, möch­te ich auch nicht bleiben. Bei Scheidungsraten von 50%, Trennungen, die schneller und un­spek­ta­ku­lä­rer voll­zogen werden als der morgendliche Höschentausch.

Wir Frauen wer­den, auch wenn wir uns durch Kosmetik, Schuhtic und Zalando­be­stellungen optisch weib­lich präsentieren, in der heutigen Arbeitswelt immer männlicher und glauben es ge­nau­so gut, wenn nicht so­gar besser, als die Männer zu können. Was uns entgeht ist, dass wir unsere Weiblichkeit auf der Karriereleiter nicht mehr mitnehmen können und so unsere Boden­haftung, Wahr­haf­tig­keit und weibliche Intuition verlieren, die es allerdings in der heu­tigen Arbeitswelt dringend bräuchte. Wir haben immer weniger Kinder und ar­bei­ten ge­gen die Männlichkeit wie Sisyphos, in dem wir uns immer wieder aufs Neue be­haup­ten wollen und brennen dabei kraftlos aus und zu guter Letzt, werden wir auch noch un­in­te­ressanter für die Männerwelt. Denn der Mann braucht keinen anderen Mann an seiner Seite, son­dern ein ermächtigendes, steuerndes und erfülltes Weib. Ich darf wieder meine Aus­bilder und hier den männlichen Part zitieren, kurz, mit einem zwinkernden Auge, auf den Punkt ge­bracht, was Männer wollen: Sex and Service. Und das meine Damen, haben wir hochstudierten, selbständigen und unabhängigen Frauen doch nun wirk­lich nicht nötig, oder? Wozu noch mit dem Leistungsaustausch Paarung für Nah­rung bzw. Ermächtigung für Erfüllung dealen? Weil es einfacher für uns wäre und weil der Mann sich wünscht, die Frau zu versorgen. Wir können uns selber finanzieren und sind stolz da­rauf.

Nur wann, und diese Frage musste auch ich mir stellen lassen, wann hat es sich aus­gezahlt, für Unab­hän­gig­keit gearbeitet zu haben? Genau, zu dem Zeitpunkt, vor dem wir uns fürchten, wenn der Partner uns wegen einer Jüngern, Süßeren und vor allem Un­komplizierteren verlässt, einer, die seine Wünsche erfüllt und höher stellt als die eigenen. Dann aber können wir sagen, siehste, zum Glück habe ich mein eigenes Geld. Stimmt. Im Sinne von ‚ich will Recht be­hal­ten’, stimmt das. Im Sinne von erfüllte Part­­ner­schaft leben und nicht nur ersehnen, stimmt es nicht mehr. Im Sinne von wozu passiert das, und was habe ich damit zu tun, nur eine mög­liche andere Sicht­weise, allerdings dafür, andere Ergebnisse zu erschaffen. Denn wir können uns auch die Frage anschauen, wozu wollten Sie, dass er mit einer Jüngeren, Süßeren bzw. Un­kom­pli­zier­teren ab­zwitschert?

Es gibt hier so unter­schiedliche Gründe wie Menschen, warum eine Partner­schaft nicht mehr besteht. Nur ganz klar, bei allen guten Begründungen, die Frau ent­scheidet, wann eine Partnerschaft beginnt und wann sie endet. Schmerzhafter Gedanke, denn bisher konnten wir ihn für das Ver­sa­gen heranziehen. Wenn wir aber ehrlich zu uns sind, haben wir ihn irgendwann abgewählt und eigentlich auch bewusst. Aber hier meine Damen entsteht der Zeit­punkt, von dem an Sie mich nicht mehr mögen werden. Ich sollte also bis dahin möglichst einen guten Draht zu Ihnen aufgebaut haben, dass Sie mir er­lau­ben solche Fragen zu stellen und mit mir ge­mein­sam untersuchen wollen, was an der anderen Frage dran ist und wie sie Ihnen helfen kann, aus dem Dilemma ein für alle Male auszusteigen. Gut, denn ich werde nicht von Ihnen bezahlt, damit Sie mich mögen, sondern einzig darum, Ihnen eine Möglichkeit auf­zu­zei­gen, wie es zwischen Ihnen und dem anderen Geschlecht wieder funktioniert.

Ich wünsche mir Männer, die ihre männliche Potenz wahrnehmen. Heißt u.a. der Frau mitteilen, was für ihn funktioniert und was nicht. So dass wir Frauen, wissen woran wir bei ihm sind, was er braucht und wie wir dies dann mit weiblicher Hingabe erschaffen. Klare und eindeutige Kommunikation, ist eine Stärke der Männer. Meine männ­lichen Klienten schauen mich meist an, als würde ich von ihnen verlangen, in der U-Bahn die nächste Station laut anzusagen. Denn wir haben auch die Männer ganz schön von ihrer starken Männlichkeit entfernt, die wir uns eigentlich aber so wünschen. In meinen Coachings und Seminaren, setze ich genau da, um Partnerschaft für beide Seiten wieder zu einem Gewinnerspiel werden zu lassen, dass geschieht, wenn beide Seiten den anderen als ihren König bzw. ihre Königin verstehen. Dann nämlich, wenn beide ebenbürtig in ihrer Unterschiedlichkeit geben, was der andere von Natur aus nicht hat. Auch zwischen Mann und Frau werden hierdurch die Gespräche anders werden, und ungleich wertvoller.

Buchempfehlung: die von der ersten Kolumne


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